Großes Interesse an der Dorfwanderung am 12. Juli 2009

Mit großer Beteiligung der Bevölkerung war die diesjährige Erkundungswanderung, die unter dem Motto: „Erkennen und Verstehen“ stand, wieder ein großer Erfolg. Die weit mehr als 100 Interessierten konnten einen Einblick in das Dorfgeschehen früherer Zeiten erleben.

Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Günter Schmitt-Haber konnte man über die Ortsstraße, die Verbindung zwischen Heidelberg und Würzburg, mehr erfahren. Ein zweiter wichtiger Punkt war der Marktplatz mit seiner Umgebung wie das Haus Etzel, 1676 von Adam Michael Volk erbaut und das Haus Bucher, ehemals Gasthaus zum grünen Baum, in dem Hindenburg 1901 bei einem Manöver 10 Tage Quartier fand. Das Marktgeschehen war sehr rege. Im Ablauf des Jahres gab es 3 Märkte, davon waren zwei kaiserliche Märkte, die Anselm von Eicholzheim 1513 erwirkt hatte, dazu kamen 3 Viehmärkte und 6 Schweinemärkte. Das Schul- und Rathaus, 1685 erbaut, stand mit seinen ca. 36 qm ebenfalls auf dem Marktplatz. Es wurde mit der kleinen Fläche für viele Zwecke benutzt. Der Grabstein vor der Kirche vom Jahr 1613 zeugt von den schweren Pestzeiten.

Die heutige ev. Kirche birgt in ihrem Inneren sehr viel Dorfgeschichte. Aus den Wandmalereien kann man das Alter, das ins 13. Jahrhundert zurückreicht ermessen. Der Chorraum als ältester Teil, wurde mit dem Langhaus immer wieder erweitert, bis es 1720 sein heutiges Aussehen erhielt. Die Durchführung der Reformation lag in den Händen der hiesigen Herrschaft, sie führten 1550 die Reformation ein. 1705 wurde der ev. Gemeinde die Dorfkirche zugesprochen. Noch mehr Besonderheiten wurden erklärt.

Beim Halt an der alten Kinderschule, die 1913 eingeweiht wurde, konnte man erfahren, dass die Anfänge der „Kinderschule“ nach glaubhaften Berichten bis ins Jahr 1857 zurückreicht.

Beim nächsten Halt wurde die Wichtigkeit der Dorfbrunnen erklärt.
Beim Besuch der kath. Kirche konnte man vieles über die kath. Gemeinde aus der Zeit vor der Reformation erfahren. Dazu kam die schwere Zeit von 1705 bis zu dem Zeitpunkt wo 1821 eine neue Kirche erstellt werden konnte. Kirchliche Einrichtungen wurden erklärt. Beim letzten Thema gedachte man der früheren jüdischen Mitbürger mit ihrer bewegten Geschichte und der Synagoge und an die unschuldigen Opfer der NS Zeit. Artur Vogt hatte es sich zur Aufgabe gemacht hatte, mit den Überlebenden Kontakte zu knüpfen und somit einen großen Beitrag zur Versöhnung geleistet.

Bei Speis und Trank nahm der so lehrreiche Nachmittag in der Tenne und ums Wasserschloss seinen Ausklang.